sex, money & respect

„Der Körper ist zentral in der Inszenierung von Männlichkeit im Rap. Er gilt als Ausdruck von Kraft, Dominanz und Markierung von Andersartigkeit. Das Bild des Mannes im Rap ist größtenteils noch archaisch geprägt. Eine Konstruktion eines Mannes, der Grenzen zieht, sein Revier verteidigt, einen Männerbund eingeht, erfolgreich in seinem Handeln ist, der Frauen kontrolliert, Heterosexualität als Maßstab setzt und seine Männlichkeit mit seinem omnipotenten Körper in Szene setzt. Diese Männlichkeitskonstruktionen im Rap finden im Kontext einer heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft statt, die ihren Machtanspruch kulturell, politisch und auch ökonomisch legitimiert. Von daher gibt es auch Überschneidungen zwischen einer traditionell bürgerlichen Konstruktion von Männlichkeit und einer im Rap. Die Codes der Markierung ähneln sich.“

Die Konferenz „Sex, Money & Respect“ setzt an den Bruchstellen von Geschlecht und Körper im Gangster und Queerrap an und stellt die Widersprüche, Konstruktionen und Abgrenzungen von Geschlechterrollen im Rap zur Diskussion.

Weitere Infos gibt es hier.

Bildschirmfoto 2017-11-21 um 09.10.35

Advertisements

Wann wird es Gewalt? Queere Konfliktkulturen gegen alltägliche Gewalt

Queer all*,

Im Rahmen der Vortrags- und Diskussionsreihe:

Wann wird es Gewalt? Queere Konfliktkulturen gegen alltägliche Gewalt

gibt es einen ersten Vortrag und Workshop:

  • Do 16.11.2017, 18:00-22:00 Uhr (aquarium/Südblock, Berlin Kreuzberg)
    Epistemische Gewalt. Was ist und tut sie, und warum sollten wir das wissen? Überlegungen für queere, feministische und antimilitaristische Politiken
    Vortrag von Claudia Brunner (Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung, Universität Klagenfurt) und gemeinsamer Workshop mit Thomas Mickan (Informationsstelle Militarisierung, Tübingen)

Feministische, queere und antimilitaristische Politiken teilen eine lange Tradition der Kritik von Gewalt, sei es im sozialen Nahbereich oder auf der Ebene internationaler Politik. Hierbei wird auch der Dimension des Wissens – und seiner Verwicklung mit Macht und Herrschaft – mehr Aufmerksamkeit zuteil, als dies in ‚konventionellen‘ Gewaltanalysen der Fall ist. Diesen Aspekt wollen wir mit einer Auseinandersetzung rund um epistemische Gewalt, also jener Gewalt, die dem Wissen selbst innewohnt vertiefen. Das aus der postkolonialen Debatte stammende Konzept soll dabei helfen, konkrete Gewaltereignisse im globalen Kontext der ‚kolonialen Moderne‘ zu verstehen.

Im gemeinsamer Workshop (ca. 19:30-22:00) sollen Fragen diskutiert werden wie: Auf welchen sexuellen Subtexten beruhen westliche Überlegenheitsvorstellungen? Was haben sie mit Kapitalismus, Kolonialismus und Imperialismus zu tun? Wie können antimilitaristische Positionen und geopolitische Perspektiven innerhalb queerer Kontexte gestärkt werden? Wie lässt sich verhindern, dass antimilitaristische Kampagnen zur Festigung idealisierter westlicher Geschlechter- und Sexualitätsvorstellen dienen?

Gemeinsam veranstaltet mit dem Bildungswerk Friedensarbeit (DFG-VK)

Außerdem eine gemeinsame Veranstaltung des iQt mit dem Schwulen Museum*

  •  Fr 01.12.2017, 19:00 Uhr (aquarium/Südblock, Berlin Kreuzberg)                               Don’t Panic! Es gibt Alternativen zum Moralisieren und Polarisieren

Diskussion mit María do Mar Castro Varela, Antke Engel, Kübra Gümüşay und Chris Tedjasukmana sowie dem Publikum.

Was heißt es, wie Sabine Hark und Judith Butler es formulieren, „einen nicht-rassistischen, antisexistischen Diskurs“ zu führen, „der zugleich ein nicht-sexistischer, anti-rassistischer Diskurs ist“? Rhetoriken der Diffamierung und Diskreditierung queer-feministischer Positionen und Akteur_innen werden nicht länger nur von rechtspopulistischer bzw. rechts-konservativer Seite lanciert. Mit dem Anspruch, Kritik zu fördern und autoritären Pädagogiken entgegen zutreten, werden Angriffe auf antirassistische Gender und Queer Studies formuliert, die letztlich auf einen Schulterschluss mit denjenigen hinauslaufen, die prekär gewordene (geschlechterpolitische) Sicherheiten zu re-stabilisieren trachten. Welche politischen Alternativen bieten sich, wenn die eine Seite, vereinfacht gesagt, mit den Mitteln der Übertreibung, Verdrehung, Verzerrung einen Popanz aufbaut, der dann genüsslich demontiert werden kann und die andere Seite dies ihrerseits empört und tadelnd als Populismus zurückweist? Gibt es andere Formen des Umgangs mit Konflikten? Formen, die unterschiedliche Perspektiven und Meinungen aushalten, aber Solidarität fördern und  Machtungleichgewichte abbauen? In unserer Diskussion wollen wir ein Plädoyer für komplexe Herrschaftskritik und das lustvolle Auf- und Aushalten im Dazwischen halten.

 Moderation: Edwin Greve

 Mehr aus der Reihe Wann wird es Gewalt?

  • Dienstag, 05. Dezember 2017, 19:00 Uhr (aquarium/Südblock, Berlin Kreuzberg)
    Butler Trouble: Queerness and Violence
    Vortrag und Diskussion mit Terrell Carver (in English)

 Judith Butler has been received (and acclaimed or denigrated) as a feminist/queer theorist of sexuality, making an influential gendered critique of the supposed biological facticity of the sex binary itself. She has also featured as a public intellectual deploring interpersonal and state-sponsored violence, taking considerable risks in the immediate post-9/11 American context and with the on-going militarised occupations in Israel-Palestine. Her work has had considerable traction in the former area, but relatively little in the latter. Why is this? I suggest that there is not very much queering in Butler’s political work on violence, whereas a queered view of that work – offered here – could take Freud and Nietzsche where Donald Trump fears to tread.

Terrell Carver ist Professor für Politische Theorie an der Universität Bristol, GB. Zusammen mit Samuel Chambers hat er 2009 das Buch Butler and Political Theory veröffentlicht, in dem u.a. die Bedeutung von Butlers Konzept der normativen Gewalt herausgarbeitet wird. Terrell Carver schreibt und lehrt zu Engels, Marx, Marxismus sowie Gender und Queer Studies.

Und im Januar:

  • Donnerstag, 25. Januar 2018, 19:00 Uhr (aquarium/Südblock, Berlin Kreuzberg)
    Das Recht zu provozieren: Redefreiheit, Hate Speech und die Politik der Zensur                                
                                                                                                           Vortrag und Diskussion mit Nikita Dhawan

Mehr Informationen gibt es hier.