Jamie Crewe

Für die erste Ausgabe der Lichtspiele in den KW Institute for Contemporary Art präsentiert Jamie Crewe Potash Lesson, eine Performance, die das Recht auf Repräsentation untersucht. Potash Lesson greift die Geschichte und den Stil populärer Vorträge auf, wie sie am Pariser Krankenhaus Pitié-Salpêtrière in den späten 1800er-Jahren stattfanden (bei denen hysterische Frauen dazu aufgefordert wurden, ihre Symptome einem öffentlichen Publikum vorzustellen). Diese Geschichte wird in Beziehung zu Crewes persönlichen Reflexionen zu einer ihrer Videoarbeiten gesetzt. Diese Videoarbeit zeigt ein Model, das in seiner Eigenschaft als schwuler Mann eingeladen ist, sich aber als Trans identifiziert.

Potash Lesson behandelt Material, das von einem schlecht übersetzten Theaterstück über eine Szene der Demütigung bis zu einem chemischen Aufputschmittel reicht. Die Performance ist eine Meditation über Fragen zur Sichtbarkeit von Trans*, weiblicher Pathologisierung und interpersonellen Ethiken künstlerischer Kollaboration.

Jamie Crewe ist Künstler*in, Sänger*in und eine wunderschöne Bronzefigur mit glänzendem Cocotte-Kopf.

wo/wann:

9. Februar 17

20–23 Uhr

Bob’s Pogo Bar

Bitte melden Sie sich im Voraus unter

bobspogobar@kw-berlin.de an.

// Jamie Crewe // Potash Lesson //

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Pluralisierung von Geschlecht

Pluralisierung von Geschlecht – eine zeitgeschichtliche Verortung

Am Dienstag, 17. Januar, spricht Dr. Tove Soiland an der Kunsthochschule Mainz:

Im Januar setzen wir uns mit Differenzfeminismus und Identitätspolitiken auseinander:
Wie stellen wir uns die ‚Konstruktion‘ von Geschlecht vor?
Was hat dies mit unserem Subjektverständnis zu tun?
Inwiefern unterscheidet sich das Subjektverständnis nach Lacan und der gender studies?

Dr. Tove Soiland arbeitet in besonderem Maße zu Fragen einer feministischen Kritik der politischen Ökonomie und initiierte damit 2003 den sogenannten „Gender-Streit“, eine Kontroverse um die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs. Ihre These, dass sich die propagierte Pluralisierung von Geschlecht den Forderungen des Neoliberalismus zur Flexibilität und Spontaneität anpasse wartet darauf nach dem Vortrag mit Euch diskutiert zu werden!

Zur Einstimmung anbei einen spannenden Text mit dem Titel „Queer, flexibel, erfolgreich –
Haben dekonstruktive Ansätze den Feminismus entwaffnet?“

Tove Soiland studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Zürich. Sie lehrt als feministische Theoretikerin an verschiedenen Universitäten, zuletzt an der FH Ludwigshafen a. Rhein.
2008 hat sie ihre Dissertation eingereicht mit dem Titel: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine dritte Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten. Arbeitsschwerpunkte: Französischer Post-strukturalismus, französische Psychoanalyse, Marxismus, Geschichte und Entwicklung der feministische Theorie, Geschlechterverhältnisse im Postfordimus.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

Soiland, Tove (2011): Queer, flexibel, erfolgreich. Haben dekonstruktive Ansätze den Feminismus entwaffnet? In: ak – analyse und kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis, Nr. 558, 18.02.2011 (online abrufbar)

Soiland, Tove (2010): Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz: Eine dritte Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten (Dissertation)

Soiland, Tove (2008): Die Verhältnisse gingen und die Kategorien kamen. Intersectionality oder Vom Unbehagen an der amerikanischen Theorie. In: querelles-net. Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung (online abrufbar)

Soiland, Tove (2008): Gender: Kritik oder Bestandteil des neoliberalen Geschlechter-regimes? In: Krondorfer, Birge / Wischer, Miriam / Strutzmann, Andrea (Hg.): Frauen und Politik. Nachrichten aus Demokratien. Wien (Promedia), S. 174-183.

Cinema and Embodiment: The Aesthetics of Pornography

Petra Van Brabandt zu fluids in art und Pornografie. Gestern sprach sie an der Städelschule – anbei eine tolle Dokumentation über eine Konferenz in Kent zu ähnlichem Thema:

„This two-day event focused on the relationship between cinema, embodiment, and pornography. Our invited speakers originated from diverse disciplines: philosophy of art, film and media studies, and cultural studies. Two of our speakers are also involved in making feminist alternative pornography themselves. This allowed for an interdisciplinary discussion in which the theme was approached from a variety of academic perspectives whilst at the same time staying in close connection with the practice and experience of pornography. The film screening and symposium were part of a cross-disciplinary project “Confined Projections” which also included an exhibition of 6 purpose built mutoscopes (a hand-cranked pre-cinema device). Confined Projections was part of the international Festival of Projections, an art festival at the University of Kent. 28 People attended the film screening, 43 delegates participated at the symposium, and a further 350 people visited the exhibition.“

Die ganze Dokumentation findest du hier:

Cinema and Embodiment: The Aesthetics of Pornography